Deep Talk: 5 Fragen für Gespräche mit Tiefgang

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Mal ehrlich - wer findet Smalltalk nicht langweilig? Wir beginnen das Gespräch und oft dauert es nicht lange, bis die peinliche Stille einsetzt und wir uns folgende Frage stellen: Wie geht es weiter? Deep Talk hingegen ist anders - wir entfachen ein kommunikatives Feuerwerk und fesseln unser Gegenüber mit tiefgängigen Gedanken. Nachfolgend gebe ich dir fünf Fragen für deinen erfolgreichen Deep Talk mit und erläutere, wieso du diese Fragen unbedingt für deine zukünftigen Gespräche berücksichtigen solltest.


Foto: Pixabay


Vorab: Ist Smalltalk denn unwichtig?

Auch wenn ich kein großer Freund des kurzen und oberflächigen Austauschs bin, ist Smalltalk wichtig und wir werden nie ganz um ihn herumkommen. Stell dir vor, du lernst soeben jemanden kennen - da kannst du keine Fragen stellen, die sich mit den Zielen oder den Zukunftsvorstellungen der Person befassen. Bevor du zum Deep Talk übergehst, musst du jemanden erst kennenlernen und vom Smalltalk richtig überleiten.

Hast du diese Hürde überwunden, beginnt der interessante Part, nämlich das tiefgründige Gespräch (Deep Talk).


Doch wie gestalte ich diesen?

Die fünf nachfolgenden Fragen werden dir dabei helfen, in Zukunft bessere und tiefgründigere Gespräche zu führen. Bei den nachfolgenden Fragen handelt es sich um offene Fragen, also solche, die das Gegenüber nicht kurz (Ja-Nein-Fragen z. B.) beantworten kann. Das ist auch mein Appell an dich: Befasse dich in zukünftigen Gesprächen damit, ob du deine Fragen nicht so stellen kannst, dass dein Gegenüber mehr Spielraum für eine Antwort hat - so wird aus einem "Wie geht es dir?" ganz leicht ein "Erzähl doch mal was von deiner Woche." Genau das macht nämlich den Deep Talk aus.


Die fünf Fragen für deinen Deep Talk:

Was sind deine Ziele? Wir alle reden gern über unsere Träume und Vorstellungen. In einem Gespräch sollten wir darauf achten, unser Gegenüber in den Mittelpunkt zu stellen und nicht zu viel über uns selbst zu reden. Wann immer uns jemand eine Plattform für unsere Interessen und Vorlieben bietet, erzählen wir mit Begeisterung davon. Überprüfe es selbst: Wenn du im nächsten Gespräch jemanden nach seinen Zielen fragst und sich beim Redefluss der Person ihre Pupillen erweitern, hast du voll ins Schwarze getroffen.


Erzähle mir mehr über dein Hobby (Erzählfrage) Die Frage nach den Hobbys gehört bei einem Kennenlernen dazu und dennoch wissen viele nicht, was sie damit anfangen sollen. Oft wird immerhin noch danach gefragt, wie lange die Person ihrem Hobby nachgeht, doch das ist es meistens auch gewesen. Lass dein Gegenüber selbst über sein Hobby erzählen! Wer gut zuhört, erfährt mehr und das gestaltet euer Gespräch interessant sowie tiefgründig.

Hier wären wir wieder bei der bereits erwähnten Begeisterung - übernimm nicht die Kontrolle, indem du spezifische Fragen über das Hobby stellst, sondern lehne dich (aufmerksam) zurück und sieh zu, wie dein Gegenüber so richtig in Fahrt kommt.


Wie kam es zu dieser Entscheidung? Die emotionale Komponente wird in Gesprächen häufig vernachlässigt und damit lässt du einiges liegen. Nicht selten erfahren wir von unserem Gegenüber etwas über eine wichtige Entscheidung, sei es beruflich oder privat und hier ist es auch nicht verkehrt, auf das Gesagte einzugehen. Doch viel interessanter für euer Gespräch ist die Frage, wie es zu dieser lebensveränderten Entscheidung überhaupt kam. Ich bin ehrlich: Als Antwort bekommst du vielleicht etwas Unspektakuläres, doch oft gehen wichtige Entscheidungen auch mit viel Emotionen ein und diese werden dann ins Gespräch eingebracht.


WICHTIG: Sind diese Emotionen negativ und dein Gegenüber fühlt sich durch die Frage offensichtlich unwohl, solltest du das Thema wechseln - Trübsal tut einem Gespräch nicht gut.


Was wäre, wenn...

Die hypothetische Frage gehört zu meinen Favoriten und garantiert dir gute Gespräche. Hier sind dir keine Grenzen gesetzt, denn du spielst ein gedankliches Experiment durch, welches beiden Gesprächspartnern viel Spielraum gibt. Ein paar Beispiele hierfür:


• »Was würdest du tun, wenn du plötzlich reich wärst?«

• »Welcher Promi wärst du gerne und wieso?«

• »Welche übermenschliche Fähigkeit hättest du gerne?«

• »Hättest du lieber kein Geld oder keine Freunde?«

• »Du hast 500 km im Tank – wo geht es hin?«

• »Was würdest du tun, wenn du unsichtbar wärst?«

• »Welche drei Dinge würdest du auf eine einsame Insel

mitnehmen?«


Meine Empfehlung: Die Beispiele zur hypothetischen Frage sind aus meinem ersten Buch und Amazon-Bestseller "Konversation statt Smalltalk: Die Kunst der authentischen Gesprächsführung". Getreu des Titels hilft dir dieser praktische Leitfaden dabei, authentische Gespräche mit Tiefgrund zu führen - hier halten wir uns nicht mit 10000 unrealistischen Beispielen auf, im Vordergrund steht das Wie, also wie du die besten Gesprächs- und Fragetechniken in die Praxis umsetzen kannst.

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Was ist deine Meinung zu...?

So viel vorab: Diese Frage ist keine Einladung für Gespräche über Politik. Lernst du jemanden erst kennen, würde ich nie über dieses Thema reden. Im Übrigen ist die Meinungsfrage ideal und das aus zwei Gründen: Zum einen erfährst du mehr über dein Gegenüber und wie die Person zu etwas steht. Der zweite Vorteil, und diesen sehe ich hauptsächlich bei einem Date, besteht darin, dass du deine Meinung zu etwas offenlegen kannst. Was daran ein Vorteil sein soll? Nun, bei Dates verstellen sich manche und spielen den Bettvorleger, heißt, sie passen ihre Meinung der des Gegenübers an. Insbesondere Frauen, das weiß ich als Mann sehr gut, mögen es nicht, wenn du keine eigene Meinung hast. Versteh mich nicht falsch, du sollst die Meinungsfrage nicht nutzen, um deinen Mann zu stehen oder gar um jemanden herauszufordern, doch der Meinungsaustausch in Form eines Dialogs ist wichtig und macht das Gespräch erst so richtig interessant.


Dein Sebastian

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Über den Autor: Sebastian ist Gründer/Inhaber der RhetorikEcke, Coach, Bestseller-Autor und Social Media-Berater bei der four-quarters Unternehmensgruppe.

Seiner selbständigen Tätigkeit geht er mit viel Motivation sowie Leidenschaft nach und hat sich als Ziel gesetzt, das kommunikative Potential seiner Mitmenschen zu entfalten.

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