Nervosität, ade! 5 praktische Tipps gegen Nervosität vor Präsentationen

Aktualisiert: vor 4 Tagen


Jeder kennt die mit einer Präsentation eingehende Angst (Foto: Pixabay)



Präsentationen verlangen uns viel ab. Das richtige Thema finden, die PowerPoint-Präsentation richtig strukturieren, die Inhalte lernen, sich auf Fragen vorbereiten und unsere Zuhörer überzeugen. Zugleich diese arbeitsaufwendigen Schritte einige Stunden Arbeit erfordern, ist unsere größte Herausforderung die Angst vor der Präsentation selbst.


Diese Stimme in deinem Kopf möchte dich schlechtreden, dabei ist sie nicht mehr als das, was sie eigentlich ist: eine Stimme.


Auch ich hatte als Schüler und Student häufig mit Nervosität zu kämpfen, obwohl ich im präsentieren eine meiner größten Stärken sehe. Ich habe mir irgendwann folgende Frage gestellt: was verursacht meine Nervosität? Meine Antwort darauf möchte ich dir in fünf für mich in der Praxis bewährte Tipps & Tricks gegen Nervosität und Angst mitgeben, sodass Lampenfieber in Zukunft keine Herausforderung mehr für dich darstellt.


1. Akzeptiere dich

Akzeptanz ist der erste Schritt zur Besserung. Nervosität wird gerne verdrängt und wir versuchen, bewusst nicht daran zu denken. Genau hier liegt der Fehler. Möchten wir bewusst an etwas nicht mehr denken, machen wir uns erst recht darüber Gedanken. Letztendlich wird deine Nervosität durch Verdrängung verstärkt und du führst einen endlosen inneren Kampf mit dir selbst. Dagegen ankämpfen verbessert deine Haltung nicht und du frisst deine Nervosität nur in dich rein. Du hast Angst und das ist in Ordnung. Halte dir dies vor Augen und der Umgang mit der gesamten Situation wird dir leichter fallen.


2. Anderen geht es nicht besser

Dieser Tipp klingt schon sehr nach "Aber andere haben auch Angst!" und zugleich ich kein Freund von rhetorischen Fehlschlüssen bin, ist es hilfreich für uns zu wissen, dass wir mit unseren Ängsten nicht alleine sind. Nervosität vor einer Präsentation oder einem Vortrag ist normal und selbst erfahrene Redner müssen Lampenfieber über sich ergehen lassen. Jeder deiner Zuhörer kennt somit dieses Unbehagen und wird dich dafür nicht verurteilen, denn sie waren alle bereits im selben Boot gesessen.


3. Du strahlst weniger Nervosität aus als du denkst

Deine Zuhörer werden gar keinen Grund finden dich zu verurteilen, denn nach außen wirkst du nie so nervös wie du es eigentlich bist. Stelle dir dich wie einen Kochtopf vor: Du kochst und brodelst innerlich, nach außen sehen deine Zuhörer jedoch höchstens etwas Dampf, der durch das kleine Loch eines Deckels dringt. Frage dich selbst, wann du jemandem das letzte Mal seine Nervosität voll angesehen hast. Du weißt es womöglich nicht mal, weil du dem keine Aufmerksamkeit geschenkt hast. Für dich stand als Zuhörer der Inhalt und die Präsentation selbst im Vordergrund, nicht die Indizien für mögliches Lampenfieber seitens des Redners.


4. Deine Zuhörer meinen es gut mit dir

Andere haben über uns nur so viel Macht wie wir ihnen einräumen. Dein Publikum kann als Kollektiv eine starke Autorität darstellen, dessen Blicke dich meistens noch nervöser machen. Dazu gibt es keinen Grund, weil während deiner Präsentation bist du die Autorität auf der Bühne. Es ist wichtig zu realisieren, dass dein Publikum dir zuhören möchte. Du hast dich in ein Thema eingelesen und warst stundenlang an einer Präsentation gesessen. Während des Vortrags sind die Menschen vor dir deine Zuhörer und es ist dein großer Moment. Packe die Nervosität also zur Seite, verstecke dich nicht und rocke das Ding!



du musst dich nicht verstecken, dein Publikum gehört während der Präsentation dir alleine


5. Was soll schon schief gehen?

Du stehst an der Tafel und hältst deine Präsentation. Während du vor deinem Publikum sprichst, passiert es: Du vergisst die Inhalte, läufst rot an und fängst dich erst wieder nach acht Sekunden Bedenkzeit. Danach stellst du fest, dass deine Präsentation trotzdem ein Erfolg war und niemand während deines Aussetzers gelacht hat.


Wir können kleine Fehltritte nicht immer vermeiden, sie sind menschlich und niemand ist perfekt. Nimm solche Situationen mit Humor, Selbstironie kommt immer gut an und zeugt von Selbstbewusstsein. Ebenfalls hilfreich in einer solchen Situation ist tiefes Durchatmen oder das Publikum mit Fragen einzubeziehen. Letzteres ist mein persönlicher Favorit, denn die Interaktion stärkt die Beziehung zwischen Redner und Publikum. Wirf ein "Gibt es an der Stelle Fragen?" in die Runde und sofern keiner antwortet, kannst und eine Meinungsfrage stellen und dabei eine Person aus dem Publikum sich zu Wort melden lassen.


Zusammenfassung meiner fünf Tipps gegen Nervosität:


Akzeptiere deine Ängste

• Du bist nicht alleine! Selbst erfahrene Redner werden auf der Bühne nervös

• Auf andere wirkst du weniger nervös als du denkst und bist • Während deiner Präsentation hört dein Publikum dir gerne zu • Sollte etwas schief gehen, ist dies kein Weltuntergang

Übungen zur Stärkung deines Selbstbewusstseins


Gegen jegliche Art von Angst und Nervosität eignen sich diverse Übungen, welche du in deinen Alltag etablieren kannst.

Unmittelbar vor deiner Präsentation empfehle ich dir eine Atemübung. Und so funktioniert sie: Atme für vier Sekunden durch die Nase ein, halte kurz die Luft an und atme anschließend für sechs Sekunden durch den Mund aus, das Ganze machst du fünf Mal. Während dieser Übung ist es wichtig, dass deine Konzentration komplett auf die Atmung verlagert wird.


Die Liebe zu uns selbst ist wichtig, doch kaum gestehen wir uns diese ein und wir sagen uns selten die Dinge, die unserem Selbstbewusstsein gut tun. Genau das solltest du aber tun! Der Umgang mit Nervosität bedeutet nicht etwa nur deine Ängste zu besiegen, vielmehr solltest du dir auch deine Stärken vor Auge halten. Du musst dabei nichts abstraktes finden, deine Stärken können auch Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sein. Wichtig ist am Ende, dass du diese Stärken wahrnimmst und du dir ihnen bewusst wirst.


Ebenfalls bewährt hat sich für mich Meditation. Hierfür sind keine langen Sessions von 60 Minuten aufwärts notwendig. Wenn du täglich nur fünf Minuten meditierst, kannst du viel zu deiner eigenen Entspannung und auch Selbstfindung beitragen.

Und das ist auch meine heutige Herausforderung für dich: meditiere vor deiner nächsten Präsentation täglich 5 - 10 Minuten und ich verspreche dir, dass sich deine innere Haltung verbessert und du selbstbewusster auftreten wirst. Also warum nicht gleich anfangen? Jetzt ist bereits vor deiner nächsten Präsentation und dir soll das Lampenfieber in Zukunft erspart bleiben.


Welche Tipps dir am besten helfen, kannst nur du für dich selbst entscheiden. An der Stelle erinnere ich dich gerne an die Frage, die ich mir selbst einst gestellt habe, bevor ich meine Nervosität und Angst vor Präsentationen in Angriff nehmen und anschließend besiegen konnte:


Was verursacht meine Nervosität?


Findest du auf diese Frage deine richtige Antwort, fällt dir der Umgang mit deinen Ängsten vor Präsentationen in Zukunft leichter und der Auftritt vor deinem Publikum wird keine Herausforderung mehr darstellen, sei es an der Tafel oder auf der Bühne.


Dein Sebastian


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Über den Autor: Sebastian ist Gründer/Inhaber der RhetorikEcke, Coach, Bestseller-Autor und Social Media-Berater bei der four-quarters Unternehmensgruppe.

Seiner selbständigen Tätigkeit geht er mit viel Motivation sowie Leidenschaft nach und hat sich als Ziel gesetzt, das kommunikative Potential seiner Mitmenschen zu entfalten.

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